Das kleine Gleitschirm-ABC

Wenn Du das erste Mal in einer Flugschule stehst oder im DHV-Forum mitliest, verstehst Du sicher nur die Hälfte der Sachen, die dort geredet werden - hier die Antwort auf (fast) alle Deine Fragen =:-)


A

Abstiegshilfen
siehe Schnellabstieg.

Allgemeinverfügung
In Deutschland darf man mit Gleitschirmen leider nur von zugelassenen Startplätzen "in die Luft gehen". Die Zulassung erfolgt dabei durch den DHV unter Berücksichtigung von Umweltschutzbestimungen und kann sich teilweise sehr langwierig gestalten. Einfacher sieht das in Österreich aus: Dort gilt die sogenannte "Allgemeinverfügung", dort darf man überall starten, wenn der Geländehalter einverstanden ist und man sich nicht in einem Sperrgebiet befindet (zum Beispiel in der Nähe von Flugplätzen der "grossen" Flieger ;-) ).

Amateurfunk
Wenn die etwas begrenzte Reichweite der lizenzfreien LPD-Funkgeräte (low power device) nicht mehr ausreicht, kann man zu den stärkeren Amateurfunkgeräten greifen. Allerdings ist der Besitz dieser Geräte für Personen ohne Amateurfunklizenz strafbar - also nicht nur eine einfache Ordnungswidrigkeit!
Viele Informationen zum Amateurfunk gibt es natürlich auch im Internet, Eckart Moltrecht hat zum Beispiel einen kompletten Amateurfunk-Lehrgang ins Web gestellt.

Anfänger
... ist man beim Gleitschirmfliegen fast immer ;-)
Wenn Du das erste Mal den Gleitschirm-Sport beginnst, den A-Schein grade gemacht hast, die ersten Überlandflüge machst, den B-Schein hast, Ligapilot wirst - immer wieder bist Du im Vergleich zu anderen Fliegern Anfänger! Mach' Dir nichts draus - Du mußt beim Gleitschirmfliegen dauernd dazu lernen, sonst ist der Sport einfach viel zu gefährlich - wenn es Routine wird, steigt die Gefahr, Fehler zu machen. Du mußt einfach Geduld haben, versuchen einzuschätzen, wie weit Du mit Deinem Wissen und Können bist - wie weit Leute sind, die Dir Tipps geben, die letzte Entscheidung beim Gleitschirmfliegen liegt immer bei Dir! (Grade Leute, die behaupten, absolute Profis zu sein, betrachte ich mit Vorsicht... zehn Mal an der Rettung runtergekommen zu sein, ist nicht immer ein Qualitätsmerkmal ;-) )

Schau' Dir doch mal "Das erste Mal..." an, so gings mir bisher beim Fliegen. Und die Anfänge habe ich in meinem "Ausbildungs-Tagebuch" aufgeschrieben - viele Mails zeigen, dass es auch anderen so ähnlich ging ;-)

A-Schein
siehe Luftfahrerschein.

Aufwind
siehe Thermik, Hangaufwind.

Aufziehen
Nicht wie man Fußgänger damit aufzieht, dass sie noch (!) nicht fliegen können - es hat etwas mit dem Starten zu tun. Daher steht es beim Rückwärts-Start...

Ausrüstung
Die Gleitschirmausrüstung - Gleitschirm, Gurtzeug, Helm, Schuhe und so weiter - leiht man sich am Anfang meist in der Flugschule (beim Preisvergleich darauf achten, ob die Leihgebühr enthalten ist!). Und irgendwann kauft man sich dann nach und nach die weitere Ausrüstung, häufig in der Flugschule (der Flugschul-Shop ist wichtiger Teil der Einnahmen neben der Schulung), immer mehr auch Online. Online-Auktionshaus und Gleitschirmkauf halte ich für sehr kritisch - nach Zusatzausrüstung wie Funkgerät oder Vario kann man dort aber schon mal schauen, wenn man sich gut auskennt.
GANZ DEUTLICH: Ohne Luftfahrerschein einfach mal Gleitschirmausrüstung beim Auktionshaus ersteigern und damit "ein bisschen Fliegen gehen" ist lebensgefährlich und zu Recht strikt verboten. Tipp: Flugschulen bieten für wenig Geld Schnupperkurse an, hier kann man das Gleitschirmfliegen unter professioneller Anleitung ausprobieren.

B

Bart
umgangssprachlich für Aufwind.

Beschleuniger
Beschleuniger sind wie der Name schon vermuten läßt dazu da, einen Gleitschirm zu beschleunigen. Das geht dadurch, dass man mit die vorderen Leinenebenen (A- und B, teilweise auch C-Leinen) herunter zieht. Damit ändert sich der sogenannte Anstellwinkel, der Gleitschirm geht also mit der Kappe nach vorne/unten und fliegt schneller. Das bringt neben der höheren Geschwindigkeit allerdings auch eine höhere Anfälligkeit für Klapper, da sich der Anstellwinkel verkleinert. (Dank an Andy Angerer für die Nachhilfe in diesem Punkt!)
Anfängergleitschirme haben zumindest in der Schulung häufig noch keinen Beschleuniger, da man da eigentlich mit dem Rest des Schirms genug zu tun hat ;-) Aber man sollte so früh wie möglich den Beschleuniger einstellen und eventuell mal unter dem wachsamen Auge eines Fluglehrers ausprobieren, da man mit dem Beschleuniger recht einfach brenzligen Situationen entkommen kann.

B-Schein
siehe Luftfahrerschein.

B-Spirale
Diese ganz besondere Flugfigur sucht immer noch ihren Meister (Fotodokumente gesucht!). "Entwickelt" wurde sie im Rahmen eines Sicherheitstrainings in Monaco, weiterentwickelt im Forum und und dürfte auf zu grossen Biergenuss zurückzuführen sein ;-) Das ganze basiert auf einer Steilspirale, in der zusätzlich ein B-Stall eingeleitet wird, um noch größere Sinkraten zu erreichen. WARNUNG! Nur von absolut abgedrehten Piloten zu fliegen! Für genaue Anleitung unbedingt in der Newsgroup nachfragen!
Eine genaue Anleitung findet sich auf http://www.para-gate.de/ im Bereich "B-Spirale" (Danke an Robert Kleinwechter für den Link!).
Da Robis Seite grade tot ist: Das ganze ist nur Unfug und keine Flugfigur - bitte NIE nachmachen ;-)

B-Stall
Der B-Stall ist eine Schnellabstiegsmethode. Hierbei werden die B-Leinen (2. Leinenebene des Gleitschirms) heruntergezogen, die Strömung am Schirm reißt ab und der Gleitschirm sinkt relativ stark. Diese Methode ist in der letzten Zeit etwas in Verruf gekommen, da sie für Schirm und Mensch nicht ganz angenehm bzw. materialschonend ist. Manche Gleitschirme gehen auch nicht von alleine wieder in Vorwärtsfahrt über und müssen durch Betätigen des Beschleunigers oder Nachvorne-Drücken der A-Leinen wieder in Fahrt gebracht werden.

Bücher
siehe Bücher zum Gleitschirmfliegen (wenn Du Glück hast, kannst Du da sogar den ein oder anderen Gutschein für Online-Buchhändler abstauben!).

Bremse / Bremsleinen
"Dann fällst Du also mit dem Fallschirm so einfach vom Himmel und kannst gar nichts tun???"
Aua! Wenn Gleitschirmflieger mit dem (Rettungs-) Fallschirm Richtung Boden fliegen, machen sie das absolut nicht gern - den Rettungsfallschirm benutzt man nur in Notfällen.
Ein Gleitschirm hat im Gegensatz zu ganz einfachen Rundkappen-Fallschirmen zwei "Bremsen" oder Steuerleinen. Man hat also im Flug zwei Schlaufen in der Hand, von diesen gehen Leinen zur Hinterkante des Schirms. Zieht man nun an der einen Seite die Steuerschlaufe nach unten, fliegt der Gleitschirm in genau diese Richtung. Zieht man auf beiden Seiten die Steuerschlaufen herunter, fliegt der Gleitschirm langsamer. Also eigentlich ganz einfach (naja, es gibt da schon noch ein paar wichtige Sachen wie Gewichtsverlagerung, Durchbremsen oder Strömungsabriss wenn man zu weit zieht - aber a la Feuerzangenbowle "... die kriegen wir spaeter..." ;-) ).

C

Check
siehe Rettungsgerät (Rettung).

D

Deutscher Hängegleiter Verband (DHV)
Der DHV ist der deutsche Dachverband der Gleitschirmflieger (ups, sorry: Gleitsegelpiloten... :-) ). Er ist unter anderem dafür zuständig, Prüfungen für Gleitschirmflieger festzulegen und Richtlinien für die Zulassung von Gleitschirmen, Rettungen und anderem Zubehör festzulegen. Der DHV ist vergleichbar mit dem SHV in der Schweiz und dem ÖAC in Österreich.

Drachen
siehe Hängegleiter.

E

F

Fallschirm
Fallschirmspringen und Gleitschirmfliegen hatte nur in den Anfangstagen des Gleitschirmfliegens miteinander zu tun: Damals sind die ersten Fallschirmspringer darauf gekommen, mit ihren Schirmen auch direkt vom Berg zu starten. Heute haben Gleitschirme und Fallschirme kaum noch Ähnlichkeiten: Die einen wollen nämlich üblicherweise oben bleiben - die anderen mit möglichst viel Dynamik nach unten...
Allerdings hat jeder Gleitschirmflieger zusätzlich zu seinem Gleitschirm auch einen Fallschirm dabei: den Rettungsfallschirm.

FAQ - Fragen und Antworten zum Gleitschirmfliegen
Eine sehr gute und aktuelle Sammlung von Fragen und Antworten zum Gleitschirmfliegen und Informationen zur Newsgroup de.rec.sport.gleitschirm findet man in der Gleitschirm-FAQ.

Forum
Wenn sie von Forum reden, meinen Gleitschirmflieger eigentlich immer das DHV-Forum - das aktivste Medium, wenns um's Gleitschirmfliegen geht (aber unsere Newsgroup gibt es ja auch noch, auch wenn da zur Zeit leider wenig los ist!). Teilweise recht abgedreht, aber irgendwie findet man zu fast jedem Thema Infos.

Fussgänger
Das sind die armen Menschen, die (noch?) nicht fliegen - einen ganz vorsichtig am Startplatz fragen, wann man denn nun fliegt, ob das nicht gefährlich ist - oder mit der Videokamera draufhalten "weil der ja sicher gleich abstürzt!"...
Erzähl' ihnen von der Faszination beim Fliegen, von der Weite, der Landschaft - dass sie ja mal einen Tandemflug machen können - aber scheuch' sie besser weg, wenn Du startest (sonst vergisst Du glatt noch Deine Beinschlaufen - oder wickelst sie mit dem Gleitschirm ein, wenn sie grade versuchen, Deinen Start zu fotografieren ;-) )

Freiflieger
Das ist Dein Ziel, wenn Du noch Fussgänger oder Gleitschirmschüler bist: Freiflieger sind die Menschen, die schon einen Luftfahrerschein haben und deshalb ohne Unterstützung durch einen Fluglehrer herumfliegen dürfen. (Ob sie es können, ist eine ganz andere Frage - es gibt für Freiflieger nichts furchtbareres, als vor zwanzig Flugschülern einen Startabbruch oder eine Bruchlandung hinzulegen - mit den sehr lauten und treffenden Kommentaren des Fluglehrers... :-) )

Funkgerät
Es macht auf jeden Fall Sinn, beim Fliegen ein Funkgerät dabei zu haben. In der Schulung wird man in jeder vernünftigen Flugschule schon früh ein Funkgerät dabei haben (oder findest Du es besser, wenn Dich jemand mit einem Megafon anbrüllt?). Später ist es dann notwendig, um sich mit anderen abzustimmen, wann man landet, wo jemand ist oder um sich (hoffentlich selten) bei Notfällen verständigen zu können. CB-Funk ist beim Gleitschirmfliegen nicht sehr sinnvoll, da die Frequenzen sehr voll sind - und dauernd beim Fliegen über den neuesten Tratsch der umliegenden Dörfer aufgeklärt zu werden ist nicht jedermanns Sache ;-)
Daher kommen zum Gleitschirmfliegen hauptsächlich Amateurfunk- und LPD-Geräte in Frage.

G

Geschwindigkeit
Gleitschirme fliegen im Vergleich zu anderen Fluggeräten sehr langsam (ok, wenn man mal von Balonen absieht - aber die fahren ja auch ;-) ). Daher hat man bei gutem Wetter schön viel Zeit, sich die Gegend anzuschauen oder ein paar Fotos zu machen - aber bei thermischen Bedingungen kann es einen auch ganz schön durchbeuteln... Die meisten Gleitschirme fliegen irgendwo im Bereich von 20 bis 40 km/h, beschleunigt auch mal so um die 50 km/h, Hochleister auch mal drüber.

Gleitschirm
Haufenweise Stoff, der erstaunlicherweise fliegt ;-)
Ok, etwas genauer: Ein Gleitschirm, oder Gleitsegel oder Paragleiter ist ein Fluggerät aus möglichst wenig luftdurchlässigem Stoff, das durch die vorn in Kammern einströmende Luft stabilisiert wird. Ein Gleitschirm hat also im Gegensatz zum Hängegleiter kein Gestänge. Gleitschirme haben eine Spannweite - also Breite - ungefähr von zehn bis dreizehn Metern; wenn man den Gleitschirm flach auf dem Boden ausbreitet hat er eine Fläche von 20 bis 35 Quadratmetern (bei Tandem-Schirmen bis zu 43 Quadratmeter).

Gleitsegel
Einfach das gleiche wie Gleitschirm oder Paragleiter in Bürokraten (DHV?)-Deutsch. Nichts anderes. Red' davon in einer Fliegerkneipe, und kein Mensch versteht Dich :-)

Gleitzahl
Die Gleitzahl ist mathematisch: Gleitzahl = Strecke / Höhe

Was heißt das nun? ;-) Die Gleitzahl gibt an, wie weit man mit einer bestimmten Höhe kommt. Das ist nun allerdings vom Fluggerät abhängig - sprich der Gleitzahl des Fluggeräts. Wenn also ein bestimmter Gleitschirm die Gleitzahl 7 hat, fliegt er aus 1.000 Meter Höhe über Grund noch 7 x 1000 Meter = 7 Kilometer weit, bis er aufkommt (klar, das sind theoretische Werte, abhängig vom Wind, Piloten etc.).
Die Gleitzahl von Gleitschirmen ist in den letzten Jahren stark angestiegen, von 3-4 (nennt man auch Gleitzahl 1:Stein ;-) ) auf heute so um 7-8 - damit lachen die Drachenflieger zwar immer noch schäbig über uns (die haben so im Bereich 12-15?) - aber die setzen sich damit auch nur dem Spott der Segelflieger mit ihrer Gleitzahl um die 40-60 aus ;-) (Sprich: ein solcher Segelflieger kommt aus 1000 Meter Höhe mindestens 40x1.000 Meter = 40 Kilometer weit, ohne einen einzigen Aufwind zu brauchen!) Dafür dürfen wir über die Fallschirmspringer mit ihrem GZ 2 lachen - aber die wollen ja auch nur nach unten :-) (Vielen Dank an Johannes Leinauer für die GZ von Segelflugzeugen.)

Gurtzeug
In der Anfangszeit der Gleitschirmfliegerei saß man noch auf schmalen Brettern (waren die wirklich von Kinderschaukeln geklaut oder sahen sie nur so aus?). Heutzutage sitzt man meist in sehr gemütlichen Gurtzeugen, die mit Kletter-Gurtzeugen nichts mehr zu tun haben: bequeme Sitzposition, die man stundenlang aushalten kann, die Rettung ist im Gurtzeug befestigt, man hat Platz für den Packsack. Aber: Da so ein Gurtzeug schwer und gross ist, gibt es immer mehr leichte "Bergsteiger-Gurtzeuge", die nicht mehr ganz so bequem sind, dafür schleppt man aber auch nicht mehr so viel Gewicht den Berg rauf.

H

Hängegleiter
Das sind "die anderen" :-)
Quatsch, Blödelei... Hängegleiter sind das, was man unter "Drachenflieger" versteht. Ein Hängegleiter hat ein Gestänge, welches ihn in Form hält - ein Gleitschirm, Paragleiter oder Gleitsegel (alles das gleiche!) besteht "einfach" nur aus Stoff, der durch die einströmende Luft in seine flugfähige Form gebracht wird.
Daher sind Hängegleiter sperriger, schwieriger zu transportieren und brauchen mehr Zeit beim Aufbau des Fluggeräts als Gleitschirme - aber dafür fliegen sie technisch gesehen auch besser. Bedeutet: sie sind schneller und können Höhe besser in Flugstrecke umsetzen (siehe Gleitzahl). (Aber viele Gleitschirmpiloten sind grade darüber glücklich, dass sie mit nur etwa 40 km/h unterwegs sind...) In den letzten Jahren ist der eindeutige Trend hin zum Gleitschirm, auch viele Drachenflieger steigen auf Gleitschirme um, da sie einfach praktischer und in ihren Leistungen besser geworden sind.
Schau' auch mal, was Wikipedia dazu weiss: Hängegleiter bei Wikipedia.

Handschuhe
Sind sinnvoll, da Leinen erstaunlich scharf einschneiden können, wenn man blöderweise mal in gespannte Leinen greift. Und: man macht das aus Reflex dummerweise erstaunlich häufig...
Ich habe für's Groundhandling ganz einfache dünne Lederhandschuhe aus dem Motorradladen, für längere Flüge - hej, man darf doch mal träumen?! :-) - etwas dickere Fingerhandschuhe.

Hangaufwind
Wenn Wind auf einen Berg "prallt", fließt (strömt) ein Teil des Winds nach oben über den Berg - dabei gibt es an der Vorderseite (Luv) des Bergs Aufwinde - Luftpartikel, die nach oben gedrückt werden. Auf diesem Hangaufwind kann man als Flieger "reiten" (soaren), sich wie in der Thermik mit nach oben heben lassen.

Helm
Wie beim Motorradfahren: Ohne Helm fliegt man nicht. Ausser man hat nichts auf den Schultern, das man schützen muss... und nein, es geht nicht um einen Fahrrad- oder Motorradhelm. Gute Helme wie auch die andere Ausrüstung bekommst Du zum Beispiel in Flugschulen.
Tipp: Auch beim Groundhandling kann es einen böse von den Füssen holen und über den Acker schleifen - also auch da besser den Helm aufsetzen.

Höhenangst
Immer wieder kommt von Fussgängern der bewundernde Blick "In soooo grosser Höhe hätte ich aber Angst!" oder "ich habe aber ziemlich viel Höhenangst, für mich ist das nichts!".
Merkwürdigerweise haben jedoch auch recht viele Gleitschirmflieger Höhenangst! (Ok, Höhenangst gibt es sicher in sehr unterschiedlichen Stufen - wer sich kaum auf einen Stuhl traut, ist eventuell wirklich nicht der richtige Kandidat für diesen Sport.) Aber in meinem Bekanntenkreis gibt es einige, die den meisten Horror vor der Fahrt mit dem Sessellift haben - aber vor Spass am Fliegen singend den Berg runterfliegen, als hätten sie nie etwas anderes getan ;-)
Im Gegensatz zum Fallschirmspringen muss man sich beim Gleitschirmfliegen zum Glück nicht den Tritt geben, in solch eine grosse Höhe abzuspringen - man startet auf einer mehr oder weniger steilen Wiese, auf der man auch hochgehen kann. Dann fängt das ganze an abzuheben, bis man nach kurzer Zeit "den Boden unter den Füssen" verliert und fliegt. Auch bei der Schulung kann man sich langsam an die Höhe gewöhnen, die ersten Flüge sind so niedrig und kurz, dass man sie wohl eher Sprünge nennen sollte ;-)

I

Inversion / Inversionswetterlage
Inversion herrscht dann, wenn eine kühlere Luftmasse unter einer wärmeren "gefangen" ist. Normalerweise steigt ja warme Luft auf - nur manchmal schiebt sich wegen anderer Wettereinflüsse warme Luft über diese relativ kühlere Luft - und behindert damit das Aufsteigen der darunterliegenden Luftmassen. Erkennbar ist Inversion bzw. Inversionswetterlagen an klaren horizontal verlaufenden Luftschichtungen oder Rauch, der wie an einer unsichtbaren Decke verläuft.
Für Gleitschirmflieger bedeutet Inversion, dass Aufwinde an dieser Schicht blockiert werden, hier ist also der weitere Aufstieg behindert. Durchbrechen Gewitterwolken solche Inversionen, reissen sie die umgebenden Luftmassen mit sich - häufig bildet sich ein Gewitteramboss über der Inversion aus. Für Gleitschirmflieger in der Nähe heißt das nur eins: sofort landen oder man wird vom Gewitter angesaugt.

J

K

Kosten
Was kostet das Gleitschirmfliegen eigentlich? Ist das sehr teuer?
Ehrlich gesagt: ja, leider :( Segelfliegen scheint etwas günstiger zu sein - aber da hast Du dann schon recht viel Geld auf den Tisch zu legen, wenn Du ein eigenes Flugzeug haben willst ;-)
Also zur Sache: die Schulung wird Dich etwa 1000 Euro kosten - da ist allerdings noch keine Unterkunft enthalten, wenn Du wie ich im Flachland wohnst, musst Du zumindest für die Höhenflüge um die zehn Tage, sonst insgesamt etwa zwanzig Tage im Allgäu öder einer anderen Gegend mit hohen Bergen rechnen. Sprich: macht nochmal für die Unterkunft mindestens 15 Euro am Tag Unterkunft... rechnen wir bei 20 Tagen einfach mal 250 Euro.
In guten Flugschulen hast Du dabei immer die Möglichkeit, bis zum Ende Schulausrüstung zu benutzen - noch brauchst Du also keinen eigenen Gleitschirm. Was Du auf jeden Fall kaufen solltest, sind gute Schuhe - mit Turnschuhen Gleitschirm zu fliegen ist sträflicher Leichtsinn! (Macht also nochmal locker 100-150 Euro :-( ) Handschuhe machen Sinn, damit man sich nicht die Finger an den scharfen Leinen zersäbelt, da reichen aber vielleicht auch Ski- oder Motorradhandschuhe, musst Du einfach selbst ausprobieren.
Zusätzlich kommen noch die Prüfungsgebühren dazu, habs verdrängt, da ich die Prüfung zweimal gemacht habe ;-) Sagen wir mal für Theorie- und Praxisprüfung zusammen 130 Euro. (Könntest Du mir sagen, was das genau kosten? Schickst Du mir bitte eine Mail? Danke!)
Nicht eingerechnet habe ich eventuelle Liftauffahrten, die ein oder andere Kleinigkeit im Flugshop oder das Bier und die Kässpatzen im Fliegerlokal...
Macht also bis zum "beschränkten Luftfahrerschein" (A-Schein) mit dem Du alleine fliegen darfst locker 1500 Euro... :(
Tja - und dann hast Du natürlich Lust weiterzumachen! Wenn Du nämlich nicht halbwegs häufig fliegst, wird das Fliegen ziemlich gefährlich, weil Du nie genug Routine bekommst. Also solltest Du schon regelmässig weitermachen (dafür machts auch einfach zu viel Spass!) - und dafür ist eine eigene Ausrüstung sinnvoll - rechnen wir also weiter:
Du brauchst einen Gleitschirm, ein Gurtzeug, ein Rettungsgerät, einen Helm - macht gebraucht in halbwegs sinnvollem Zustand sicher 1500 Euro - drunter wäre es mir persönlich einfach zu ungemütlich, sonst fliegst Du eine uralte Tüte. Eine gute neue Einsteigerausrüstung ohne allzu viel Schnickschnack kostet dagegen so um die 3000 Euro.
Ok, ok, weitere schöne Sachen wie Vario, LPD oder Overall erwähne ich lieber gar nicht weiter - wenn Du an regelmäßige Checks für Schirm und Rettung, immer wieder Liftkarten und Fahrten in die Berge denkst, dürfte Dir klar sein, daß die Entscheidung für das Gleitschirmfliegen eine recht teure ist - die sich aber wie ich finde absolut lohnt! (Auch wenn mein Girokonto da eine deutlich andere Sprache spricht...)

Kraft
"Gleitschirmfliegen kann ich sicher nicht - ich als Frau/nicht so junger Mensch/unsportlicher Typ (je nach Gegenüber bitte einsetzen) hab doch gar nicht genug Kraft, um das zu lernen!"
Ok, ich gebs ja zu: der Grundkurs (L-Schein) ist teilweise eine elende Schinderei: da muss man immer wieder den Schirm zusammenraffen und den Berg wieder hochstiefeln, im Winter vielleicht durch Tiefschnee, im Sommer in der prallen Sonne. Aber bei einer guten Flugschule sollte es kein Problem sein, da sein eigenes Tempo zu wählen, um eben nicht komplett k.o. zu sein. Und nach den Flugtagen abends absolut müde, aber glücklich und zufrieden ins Bett zu sinken ist ganz normal ;-)
Später benutzen sowieso die meisten Gleitschirmfliegerinnen und -flieger den Sessellift oder lassen sich faul mit der Winde in die Luft ziehen, dann kommt es mehr auf die Koordination als auf die Kraft an. Also: Kraft ist wie etwas Höhenangst nicht unbedingt ein Hindernis - probier' es einfach mal aus!

L

L-Schein
siehe Luftfahrerschein.

Landung
Hmm, ich bin nicht unbedingt der Experte für Punktlandungen - daher les' Dir lieber Klaus Irschiks Artikel "Auf den Punkt gebracht" durch - da steht's genau beschrieben...

Lee
siehe Luv und Lee.

Leinen
Die Leinen verbinden Gleitschirmkappe mit den Tragegurten, die mit Karabinern am Gurtzeug befestigt sind. Durch Ziehen an den Bremsleinen oder Steuerleinen kann man den Gleitschirm lenken (siehe auch Bremse).
Da so ein Gleitschirm erstaunlich viele und gemein lange Leinen hat, verheddern und verknoten sich diese immer wieder - für Gleitschirm-Novizen ist es erstaunlich, dass man die Knoten überhaupt jemals wieder auf bekommt...
Tipp zum "Entheddern" (sorry für den Kalauer, aber mit meinem Nachnamen bin ich Experte sowohl im Verheddern als auch im Entheddern...): Den Gleitschirm auslegen (also auf die Hinterkante legen) und dann einen Tragegurt entwirren, indem Du als erstes die A-Leinen suchst und verfolgst. Sind die A-Leinen frei (mit der einen Hand den Gurt festhalten, mit der anderen die A-Leinen hochheben), dann die B-Ebene befreien, dann C-Ebene und so weiter. Danach erst den anderen Tragegurt genauso "behandeln".

LPD (Low Power Device)
LPD sind ein spezieller Typ Funkgeräte, welche in Deutschland, Österreich und einigen anderen Ländern ohne Lizenz benutzt werden dürfen (so wie CB-Funk in etwa, nur auf einem anderen Frequenzbereich und daher meist nicht so überfüllt). Sie werden von vielen Gleitschirmfliegern verwendet, obwohl sie im Vergleich zu Amateurfunkgeräten eine recht begrenzte Reichweite haben.

Luftfahrerschein (beschränkter/unbeschränkter)
Wer auf die Verrücktheit gekommen ist, den A-Schein "beschränkter Luftfahrerschein" und den B-Schein "unbeschränkter Luftfahrerschein" zu nennen, finden wir besser nicht heraus... Ich finde es jedenfalls "beschränkt", dass ich "beschränkt" sein soll. Egal: In Deutschland ist mit dem "Beschränkten Luftfahrerschein" der erste offizielle (Gleitschirm-) Flugschein gemeint. Damit darf man nur vom Startplatz zum dazugehörenden Landeplatz fliegen - Überlandflüge sind erst mit dem "Unbeschränkten Luftfahrerschein" (B-Schein) erlaubt, den man frühestens ein Jahr nach Bestehen des A-Scheins (sorry: beschränkten Luftfahrerscheins...) bekommt. Nebenbei: wer "beschränkter Luftfahrerschein" sagt, ist meiner Erfahrung nach entweder Flugschüler oder Prüfer ;-)
Unter dem A-Schein gibt es manchmal noch den "Flugschul-eigenen" L-Schein - der bedeutet offiziell nichts und dient höchstens dazu, dass man in der Flugschule die Spreu vom Weizen trennt.

Luv und Lee
Wie auch beim Segeln bezeichnen Luv und Lee die dem Wind zu- und abgewandte Seite von Hindernissen wie Bergen. Eselsbrücke: Luv ist vor dem Hindernis, Lee dahinter. Für Gleitschirmflieger gilt auch der zweite Teil der Eselsbrücke: im Lee ist es mit dem Gleitschirm sehr eklig, da dort die Verwirbelungen sehr unangenehm sind und der Schirm leicht einklappen kann ("Im Lee ist's schee..."). Anfänger sollten deshalb meist den "Windschatten" von Bergen meiden - selbst hinter Bäumen oder Häusern kann sich der Schirm schon sehr eklig verhalten...

M

Mitfliegen
siehe Tandem.

Mut
"Aber man braucht doch sicher furchtbar viel Mut zum Gleitschirmfliegen?"
Das ist eigentlich die häufigste Frage, wenn man mit Fussgängern über das Fliegen redet - braucht man wirklich Mut, um Gleitschirm zu fliegen?
Ich denke schon - nur weniger für das Fliegen selbst - dazu gehört viel Wissen über das Fliegen, Wetter und vieles andere, vielleicht ein geistiger Tritt in den Hintern gegen das (bei mir zumindest) immer auftretende Kribbeln beim Start.
Viel Mut braucht man meiner Ansicht dafür, nicht zu fliegen! Nämlich dann, wenn viele Leute um einen herumstehen - man aber die (Wetter-) Verhältnisse nicht genau genug beurteilen kann oder andere Gründe dafür hat, nicht zu fliegen. Dann den Kram kleinlaut wieder einzupacken und die Seilbahn oder den Wanderweg zum Landeplatz zu nehmen kostet furchtbar viel Mut - so als klettert man vom 5 Meterbrett im Freibad herunter, obwohl unten die Freunde stehen, denen man etwas beweisen will. Flieg trotzdem nicht! Mir ist es schon passiert, dass ich mit einem Freund - genauso Anfänger wie ich - den Berg runtergeschlichen bin, um danach "Cracks" abspiralen zu sehen, weil die Gewitterwolke doch viel schneller war, als sie erwartet hatten...
Vielleicht hilft Dir gegenüber den Wanderern um Dich herum auch der Spruch "Ich will lieber ein alter Gleitschirmflieger werden als ein mutiger..." - die in Kärnten haben es verstanden :-)

N

Newsgroup
Eigentlich keine typische Gleitschirm-Vokabel ;-) Aber in der Newsgroup de.rec.sport.gleitschirm wird fleißig über des Gleitschirmfliegen diskutiert - schau' einfach mal rein, auch Anfänger sind gern gesehen! Genauere Informationen zur Newsgroup bekommst Du in der Gleitschirm-FAQ. Weitere Informationen zum Gleitschirmfliegen bekommst Du übrigens auch im DHV-Forum.

O

Österreichischer Aero Club (ÖAC)
Der ÖAC ist der österreichische Dachverband der Paragleiter. Er ist unter anderem dafür zuständig, Prüfungen für Gleitschirmflieger festzulegen und Richtlinien für die Zulassung von Gleitschirmen, Rettungen und anderem Zubehör festzulegen. Der ÖAC ist vergleichbar mit dem DHV in Deutschland und dem SHV in der Schweiz.

Ohren anlegen
"Ohren anlegen" ist ein Schnellabstiegsmanöver und ist dort erklärt.

P

Paragliding (Paragleiter)
Paragliding ist genau das gleiche wie Gleitschirmfliegen, nur halt in England und Amerika - oder in Österreich!
Sinnvollerweise haben sich der Österreichische Aero Club und der Deutsche Hängegleiterverband zwar auf eine gemeinsame Prüfung für die Flieger mit den Fetzen über dem Kopf einigen können, aber nicht auf einen einheitlichen Namen... Mit dem Erfolg, dass nun bei jeder Frage des Prüfungskatalogs "Gleitsegel/Paragleiter" steht :-( (Jep, richtig erkannt, nicht Gleitschirm sondern Gleitsegel... Benutzt kein Mensch, aber wenn's denn im Gesetz steht...)
Dafür macht man dann auch mit einem "Gleitsegel" einen "beschränkten Luftfahrerschein", mit einem "Paragleiter" einen "Sonderpilotenschein"...

Polare
In der Polaren eines Gleitschirms kann man Informationen über die Flugleistungen eines Gleitschirms bei verschiedenen Flugzuständen ablesen (nein, nicht fliegend oder abgestürzt, sondern wie stark man anbremst, wie viel Wind/Gegenwind es gibt etc.).
Hier zum Beispiel die Polare des Arcus von Swing http://www.swing.de/arcuspol.htm.
Genial beschrieben von Markus Haubt mit seinem animierten Gleitzahl-Polarisator.

Q

R

Rettungsgerät (Rettung)
"Ist das Gleitschirmfliegen eigentlich gefährlich?" - "Nöö... nur wenns Deinen Schirm zerlegt, haste ein Problem" - "Stürzt man dann ab?" - "Nein, dafür hat man die Rettung mit" - "Rettung???"
Das Rettungsgerät ist nichts anderes als ein ganz einfacher Fallschirm, den (fast) jeder Gleitschirmflieger dabei haben muss. In Notsituationen, wenn der "normale" Gleitschirm nicht mehr trägt, wirft man ihn, um dann gebremst in Richtung Boden zu segeln. Mit halbwegs aktuellen Rettungsschirmen hat man eine reelle Chance, unverletzt zu landen. (Bild von einer Landung am Rettungsgerät - Swiss League 1997, © Martin Scheel)
Die meisten Gleitschirmflieger dürften ihren Rettungsfallschirm nur bei der regelmässigen Überprüfung (Check) oder im Sicherheitstraining sehen. Gleitschirmflieger, die behaupten, ihre Rettung schon x mal geworfen zu haben, sind entweder Testpiloten, haben ein Abo für Sicherheitstrainings oder sind absolut zu meiden... (und nebenbei für den teilweise schlechten Ruf des Sports verantwortlich - aber ihre Halbwertzeit ist häufig recht gering).

Ripstop-Gewebe
Gleitschirme (und nebenbei zum Beispiel auch Windsäcke und so) sind aus speziellem Gewebe hergestellt, das besonders strapazierfähig ist - da es ja doch recht unpraktisch ist, wenn einem der Schirm dauernd zerreißt ;-)
In Ripstop-Gewebe sind dafür zusätzliche Fäden zur Stabilisierung eingewebt, an denen ein Riss (englisch Rip...) dann halt aufhören soll zu reissen (englisch stop :-) ) -> ergibt also Rip-Stop-Gewebe. Erkennbar sind diese Gewebe deshalb an dem bei Gleitschirmen meist so um die 5 mm großen Kästchen.

Rückwärts-Start (Rückwärts-Aufziehen)
Als Anfänger lernt man normalerweise zuerst den Vorwärts-Start, bei dem man, Nase in den Wind, den Schirm hinter sich den Berg runterrennt in der Hoffnung, dass der Schirm schön hoch geht. Das ganze kontrolliert man dann im Laufen mit dem Kontrollblick, um dann notfalls einen Startabbruch hinzulegen und das ganze möglichst elegant wieder auf den Boden zu bringen. (Das ganze braucht natürlich richtig viel Strecke...)
Beim Rückwärts-Start steht man dagegen mit der Nase zum Hang, schaut sich den Schirm an und zieht ihn dann fast wie einen etwas gross geratenen Spielzeugdrachen hoch. Dabei kann man dann genau sehen, ob Leinen verdreht sind oder mal wieder die halbe Flora die Leinen verknotet.
Vorwärts-Starts sind am Anfang etwas einfacher und funktionieren gut, wenn der Wind nicht zu stark ist.
Rückwärts-Starts macht man üblicherweise bei stärkerem Wind und kürzerer Startstrecke - und wenn man sie auf einer nicht zu steilen Wiese ein paar Mal geübt hat!
Ein schönes Bild dazu siehst Du hier.

S

Schnellabstieg
Seitdem die Gleitschirme immer besser geworden sind, kommt es doch teilweise mal vor, dass man ganz schnell nach unten auf den Boden will - vielleicht weil ein Unwetter naht oder die Termik doch zu "gemein" wird. Die einfachste Schnellabstiegsmethode ist es, die "Ohren anzulegen": hierbei werden die äußersten Zellen des Gleitschirms "eingeklappt" und damit die Fläche des Schirms reduziert. Zusätzlich wird meist der Beschleuniger betätigt, um die Sinkrate zu erhöhen. Da hiermit aber nur Sinkraten um 3 Meter/Sekunde erreicht werden, wird in Notfällen eher auf B-Stall oder Steilspirale zurückgegriffen.

Schweizerischer Hängegleiter-Verband (SHV)
Der Schweizerischer Hängegleiter-Verband (SHV) ist das gleiche wie die Federation Suisse de Vol Libre (FSVL) und die Federazione Svizzera di Volo Libero (FSVL) :-) Sprich: Der Schweizer Dachverband der Hängegleiter- und Gleitschirmflieger - vergleichbar mit dem DHV in Deutschland und dem ÖAC in Österreich.

Sicherheit
Tja, wie sicher ist Gleitschirmfliegen? Es gibt Flieger die behaupten, dass die Anfahrt zum Berg viel gefährlicher als der Flug wäre... Leider sieht die Realität wohl nicht so aus - der Segelflieger Bruno Gantenbrink hat eine sehr nachdenkliche Rede gehalten, es geht zwar primär um Segelflieger, kann aber wohl leider fast 1:1 auf uns "Fetzenflieger" übertragen werden:
"Wir sollten permanent etwas Angst haben oder, mit anderen Worten gesagt, besorgt sein, denn nur der, der besorgt ist, passt auch bei den simplen Dingen auf, deren Nichtbeachtung oft die Ursache für Schlimmes ist.
Für sich selbst eine risikobewusste Sicherheitsstrategie zu haben, ist jedenfalls die weitaus erfolgreichere Methode, unseren Sport zu überleben, als nur darauf zu hoffen, dass man etwas mehr Glück hat als die Freunde, die es trifft. " (Zitat aus Bruno Gantenbrinks Rede)

Sonderpilotenschein (Sopi)
Der Sopi in Österreich entspricht dem deutschen beschränkten Luftfahrerschein und umgekehrt bis auf Kleinigkeiten, auf die man sich leider bei der Festlegung der Richtlinien zwischen DHV und ÖAC nicht einigen konnte...

Soaring
Spricht sich "sohring" - mit "soaring" outet man sich als Theorie-Flieger...
Im Hangaufwind kann man (wenn man's kann...) stundenlang spielen, indem man in geringer Höhe die aufsteigenden Winde ausnutzt. Besonders gut geht das an Dünen oder Bergen ohne viel Bewuchs, da dort die Strömung besonders sauber (laminar) anliegt. Das ganze nennt sich dann "Soaring" und funktioniert zum Teil selbst an winzigsten Hügelchen, die zum Beispiel in den Alpen schmächlich übersehen würden, im Flachland allerdings eine geniale Möglichkeit zum Fliegen darstellt.
Richtig ausführlich hat das ganze Armin Appel im kleinen Ligapiloten beschrieben: Hangsoaring.
Eher von der wettertechnischen Seite wird das ganze auf Wetterklima behandelt im Soaring-Seminar.

Start
Klaus Irschik hat den Start mit einem Gleitschirm so gut beschrieben, da kann ich es nur schlechter machen - also les' bitte einfach "Der Start mit dem Gleitschirm"...

Startplatz
Wo darf man eigentlich starten? Siehe Allgemeinverfügung.

Steilspirale
Die Steilspirale ist eine sehr effektive Schnellabstiegsmethode. Sie wird durch eine sehr enge Kurve eingeleitet (teilweise durch Aufschaukeln unterstützt). Der Gleitschirm geht dann in eine sehr dynamische Kurve über. Dabei werden sehr hohe Sinkraten erreicht, die auftretenden Beschleunigungen sind jedoch für ungeübte Piloten nicht ungefährlich.
ACHTUNG! Steilspiralen sollte man in einem Sicherheitstraining über Wasser üben! Die auftretenden Beschleunigungen können zum "Blackout" führen - und die Ausleitung der Spirale ist auch nicht "ohne"...

Steuerleine
siehe Bremse.

T

Tandem
"Darf ich mal mitfliegen?" Wie häufig hört man diesen Wunsch von "Fussgängern" - und es tut mir wirklich leid, dass ich diesen Wunsch nicht erfüllen darf!
Aber es ist möglich, auch mal das Gleitschirmfliegen auszuprobieren, ohne gleich einen Kurs zu absolvieren: Sehr erfahrene Gleitschirmpiloten dürfen nach einer speziellen Zusatzausbildung und unter regelmässiger gesundheitlicher Kontrolle Passagiere mit in die Luft nehmen. Dies stellt sicher, dass eben nicht jeder Gleitschirmflieger "mal eben" diese grosse Verantwortung übernimmt.
Als Passagier bekommt man wie ein Pilot ein Gurtzeug, in dem man bequem vor den Piloten geschnallt sitzt (Helm und weitere Sicherheitsausrüstung ist selbstverständlich!). Aber das muss man einfach selbst erleben - Fliegen mit dem Gleitschirm ist unbeschreiblich schön ;-)

Thermik
Thermik und Hangaufwinde machen, dass Gleitschirmflieger bei optimalem Wetter so lang in der Luft bleiben können, wie sie wollen ;-)
Aber was ist es? Themik sind aufsteigende warme Luftmassen, ein Schlauch oder Blasen mit Luft, die gegenüber der sie umgebenden kälteren Luft eine geringere Dichte und damit Gewicht haben - und wie ein mit Helium oder Wasserstoff gefüllter Ballon hochfliegen.
Thermik kann man beim Fliegen ausnutzen, indem man versucht, in dieser aufsteigenden Luft nach oben mitgesogen zu werden. Aber Thermik kann auch so stark werden, dass man durchgebeutelt wird, der Gleitschirm zusammenfällt und sogar abstürzt - oder man von einer Gewitterwolke angesaugt wird!
Schau' auch mal, was Wikipedia dazu weiss: Thermik bei Wikipedia.

U

UK
*grins* Das tauchte früher im ParaChat immer dann auf, wenn die Jungs da glauben, dass keine Frau im Chat ist - "UK" steht nämlich für "Urinalkondom", also einfach ein Kondom mit einem Schlauch dran, den man dann halbwegs diskret aus der Hose baumeln lassen kann, in der Hoffnung, dass man keine Fliegerkollegen "düngt". Allerdings ist das wohl eher was für Strecken-Cracks - ich weiss nicht, ob ich mit solchen "Hilfsmitteln" Spass am Fliegen hätte ;-)
Ach ja: und "Pericard" aus dem Chat wollte dann noch wissen, wie man die Biester im Flug anziehen kann, wie Armin Harich auf seiner Webseite schreibt :-)

V

Variometer (Vario)
Das Variometer ist ein Meßgerät zum Gleitschirmfliegen - es zeigt neben der Höhe auch das Sinken und Steigen an.
Das "Vario" hilft dabei, Thermik oder Hangaufwinde zu zentrieren, da es auf der Anzeige und durch Piepstöne anzeigt, wenn man steigt oder sinkt. Das ist wichtig, da man beim Fliegen zwar Beschleunigung gut erkennen kann, die absolute Höhenänderung von Menschen jedoch schlecht wahrgenommen wird. (Im Fahrstuhl merkt man zwar, dass er anfährt oder bremst, jedoch nicht, wie schnell er fährt.) Deshalb kann man mit einem Vario einfacher "Bärte" (Aufwinde) finden und ausnutzen. Zusätzlich zeigen Varios die Höhe über Grund und über "Normal Null" (Meeresspiegel) an, wenn man sie vor Beginn des Flugs auf die entsprechenden Höhen einstellt.

Vorwärts-Start
siehe Rückwärts-Start (und nein, da steht dann nicht nur "siehe Vorwärts-Start, nur andersrum"! :-) ).

W

Wikipedia
... ist einfach schlauer als ich ;-) Daher schau' doch auch mal bei der freien Enzyklopädie nach: Gleitschirm, Gleitschirmfliegen, Hängegleiter, Gleitsegel, Thermik und nicht zuletzt Flugmanöver und Flugzustände (Gleitschirm). Windenschlepp
Man kann nicht nur in bergigen Regionen Gleitschirmfliegen! Selbst im Flachland finden sich einige Hügel zum Soaring - und wenn selbst das nicht geht, muß man halt auf den Windenschlepp zurückgreifen.
Dabei wird der Gleitschirmflieger genau wie man es vom Segelflugzeug kennt an einem Seil in die Luft gezogen - nach wenigen Schritten wird man fast wie ein Spielzeugdrachen steigen gelassen ;-) Damit erreicht man bis zu 300 Meter Höhe über dem Startplatz und kann dann versuchen, Thermik zu finden, um damit den Flug zu verlängern. Von der Winde wurden im Flachland bereits viele Streckenflüge durchgeführt - also selbst wir Flachländler müssen nicht auf das Gleitschirmfliegen verzichten...

X

Y

Z

Zäpfchen
*grins* Steht für "Tannenzäpfle". War das Lieblingsgetränk der Leute im ParaChat, einem Chat für Gleitschirmflieger und Fußgänger, die auch mal abheben wollen. Gibt es eigentlich aktuell wieder einen Chat? Dann schick' mir bitte die Infos an Dirk@Verheddert.de - vielen Dank!
(Danke an Norman für die "Aufklärung": "Das kann man trinken, schmeckt richtig lecker und wird vom vermutlich einzigen rentablen staatseigenen Betrieb, einer Brauerei im Schwarzwald hergestellt." - ich habs übrigens in der Zwischenzeit auch bereits probier! Echt lecker! Dirk)

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